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Wenn man an Vermächtnisse denkt, tauchen meist vertraute Bilder auf: Kinder, Enkel, über Generationen weitergegebenes Eigentum und der Wunsch, etwas Bleibendes innerhalb der Familie zu hinterlassen. Doch nicht jedes Leben folgt diesem klassischen Muster. Die Geschichte von Agnes (78) bricht bewusst mit diesen Erwartungen und lenkt den Blick auf eine Realität, über die selten offen gesprochen wird – die stille Entfremdung innerhalb von Familien und die tiefe Bindung, die Menschen stattdessen an andere Lebewesen entwickeln können. Ihre Entscheidung, ihr Vermögen nicht an ihre Kinder, sondern an ihre Katzen zu vererben, ist kein spontaner Akt des Trotzes, sondern das Ergebnis vieler Jahre des Nachdenkens, der Enttäuschung und der Suche nach Nähe. Sie lädt dazu ein, über Liebe, Verantwortung und darüber nachzudenken, wer uns im Leben wirklich begleitet.
Agnes (78): „Mein Vermögen schenke ich meinen lieben Katzen, meine Kinder kommen nie zu Besuch“
Eine besondere Entscheidung von Agnes (78)
In dem malerischen Dorf, in dem ich wohne, ist Agnes eine auffällige Persönlichkeit. Mit ihren 78 Jahren hat sie eine Entscheidung getroffen, die von vielen als ungewöhnlich angesehen wird: Sie vermacht ihr Vermögen nicht ihren Kindern, sondern ihren Katzen. Diese Geschichte von Agnes bietet einen interessanten Einblick darin, wie Menschen ihr Leben und ihren Besitz ordnen, besonders wenn traditionelle Familienbande weniger stark sind.
Agnes hat ihre Entscheidung, ihren Besitz ihren Katzen zu vermachen, nicht impulsiv getroffen. Sie hat gründlich darüber nachgedacht, wie sie ihre letzten Jahre verbringen möchte und wer von ihrem Nachlass profitieren soll. „Meine Kinder wohnen über das ganze Land verstreut und kommen nie vorbei“, sagt Agnes bedrückt. „Auch wenn es schwer zu akzeptieren ist, beruhigt mich der Gedanke, dass mein Vermögen an meine Katzen geht.“
Sie hat drei Katzen: Bella, Max und Charlie. Diese Tiere sind der Mittelpunkt ihres Lebens. „Sie sind meine Familie“, erzählt sie liebevoll. „Sie sind immer für mich da, schenken mir bedingungslose Liebe und füllen die Leere, die meine Kinder hinterlassen.“
Es ist klar, dass Agnes ihre finanziellen Angelegenheiten mit Aufmerksamkeit und Liebe regelt. Ohne die Notwendigkeit, Kinder zu unterstützen oder Erben zu gefallen, entscheidet sie sich, ihr Geld in das Wohlergehen ihrer Katzen zu investieren. „Jeden Monat gebe ich einen beträchtlichen Betrag für ihr Futter, ihre Pflege und medizinische Versorgung aus“, erläutert Agnes. „Es erfüllt mich, zu wissen, dass es ihnen an nichts fehlt.“
Sie hat auch einen Fonds eingerichtet, um sicherzustellen, dass ihre Katzen gut versorgt werden, selbst nach ihrem Tod. „Ich habe ein Testament aufsetzen lassen, in dem steht, dass all mein Geld auf ein spezielles Konto für ihre Versorgung geht“, sagt sie lächelnd. „Ich will sicher sein, dass sie gut versorgt sind, auch wenn ich nicht mehr da bin.“
