Chaïmae (19) erklärt, warum sie abgelehnt wurde und das erklärt einiges.

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Ein Pflichtpraktikum als Hürde

In vielen Lehramtsstudiengängen ist ein schulisches Praktikum ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Es dient dazu, theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung zu verbinden, Unterrichtssituationen kennenzulernen und pädagogische Kompetenzen zu entwickeln. Für Chaïmae, die ihre Ausbildung mit dem Ziel begonnen hatte, später selbst Lehrerin zu werden, entwickelte sich genau dieser Schritt jedoch zu einer unerwarteten Belastung.

Nach eigenen Aussagen bewarb sie sich bei mehreren Schulen in ihrer Region, erhielt jedoch wiederholt Absagen. Die Begründungen seien unterschiedlich ausgefallen: mal habe man auf schulinterne Regeln verwiesen, mal auf das Neutralitätsgebot, mal habe es gar keine konkrete Erklärung gegeben. Das Ergebnis sei jedoch stets dasselbe gewesen – kein Praktikumsplatz.

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Neutralität im Bildungswesen: Ein uneinheitliches Bild

Ein zentraler Aspekt der Debatte ist das Verständnis von Neutralität im schulischen Kontext. In einigen Regionen gibt es keine einheitlichen landesweiten Regelungen dazu, ob und in welchem Umfang Lehrkräfte oder Lehramtsanwärter sichtbare religiöse Symbole tragen dürfen. Stattdessen entscheiden einzelne Schulträger oder Schulleitungen auf Grundlage eigener Leitlinien.

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Befürworter eines strengen Neutralitätsverständnisses argumentieren, Schule müsse ein weltanschaulich neutraler Raum sein, um alle Schülerinnen und Schüler gleich zu behandeln und Beeinflussung zu vermeiden. Sichtbare religiöse Zeichen würden diesem Anspruch widersprechen, insbesondere wenn sie von Lehrpersonen getragen werden.

Kritiker dieser Sichtweise entgegnen jedoch, dass Neutralität nicht mit Unsichtbarkeit gleichzusetzen sei. Eine Lehrkraft mit Kopftuch, Kreuz oder Kippa könne ebenso professionell und unparteiisch unterrichten wie jede andere. Entscheidend sei pädagogisches Handeln, nicht äußere Erscheinung.

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Persönliche Identität versus institutionelle Regeln

Für Chaïmae ist das Kopftuch Teil ihrer persönlichen Identität und religiösen Überzeugung. Sie betont, dass sie es freiwillig trage und darin keinen Widerspruch zu ihrer zukünftigen Rolle als Lehrerin sehe. In Interviews schildert sie das Gefühl, trotz fachlicher Eignung und Motivation auf ein äußeres Merkmal reduziert zu werden.

Diese Erfahrung teilen laut Studien viele Menschen mit sichtbarer religiöser oder kultureller Zugehörigkeit. Besonders im Übergang von Ausbildung zu Beruf zeigen sich strukturelle Barrieren, die nicht immer offen benannt werden, sich aber in Ablehnungen, Verzögerungen oder zusätzlichen Anforderungen äußern.

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Psychische und soziale Folgen

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