Lorbeer, Rosmarin und gutes Olivenöl – mein selbstgemachtes Wohlfühlöl, das ich viel früher gebraucht hätte

Es gibt Gerüche, die erinnern uns an etwas tief in uns drin. Der Duft von Rosmarin zum Beispiel bringt mich jedes Mal zurück in den Garten meiner Großmutter. Sie hatte einen kleinen Rosmarinstrauch direkt neben der Küchentür stehen, und jedes Mal, wenn man zum Kochen hinausging, strich man unweigerlich darüber und nahm dieses warme, leicht harzige Aroma mit ins Haus. Lorbeer dagegen erinnert mich an kalte Wintertage, an denen bei uns früher Brühen, Eintöpfe und Schmorgerichte auf dem Herd standen. Ich weiß nicht, warum ich so lange gebraucht habe, um beide Kräuter einmal zusammen in einem Öl zu verarbeiten – aber jedes Mal, wenn ich heute dieses Kräuteröl ansetze, habe ich das Gefühl, ein kleines Stück dieser alten, ruhigen Welt zurückzubekommen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Abend, an dem ich zum ersten Mal eine Mischung aus Lorbeer, Rosmarin und Olivenöl warm gemacht habe. Ich hatte den ganzen Tag im Haushalt zu tun, meine Beine waren schwer, mein Rücken fühlte sich an, als hätte ich Steine getragen, und ich wollte einfach nur etwas Warmes, Beruhigendes. Ich griff zuerst nach einer Lotion, dann nach einer anderen, aber nichts davon fühlte sich richtig an. Und da stand ich nun, in der Küche, sah Rosmarinzweige, die ich am Vormittag gekauft hatte, und daneben lag ein kleines Glas mit Lorbeerblättern, das ich eigentlich für ein Reisgericht verwenden wollte. Und plötzlich hatte ich diesen Gedanken im Kopf: “Mach doch ein Öl daraus.”

Es war ein spontaner Moment, ein Impuls, und ich glaube heute, dass die besten Hausmittel genau so entstehen – nicht aus Planung, sondern aus Intuition. Ich erwärmte etwas Olivenöl, gab die Kräuter hinein, rührte ein paar Mal um und schon nach wenigen Minuten verbreitete sich dieser Duft in der Küche: warm, würzig, beruhigend, wie ein kleines Kräuterbad in der Luft. Und als ich später damit meine Beine einrieb, musste ich tatsächlich leise lachen, weil ich dachte: „Warum habe ich das nicht schon vor Jahren gemacht?“

Olivenöl ist etwas, das bei uns fast täglich verwendet wird. Viele vergessen aber, wie vielseitig es außerhalb des Kochens sein kann. Wenn man nur 1–2 Tropfen zwischen den Fingern verreibt, merkt man sofort, dass es nicht nur ein Lebensmittel ist, sondern auch ein natürliches Pflegeöl. Es macht die Haut geschmeidig, zieht gut ein und hinterlässt dieses ganz leichte, angenehme Wärmegefühl. Sobald man dann Lorbeer und Rosmarin hineingibt, bekommt das Öl plötzlich Charakter. Lorbeer bringt Tiefe, fast schon etwas Mystisches, während Rosmarin Frische und Klarheit hineinträgt.

Ich habe später einmal irgendwo gelesen, dass früher in alten Bauernhäusern Rosmarinöl für Massagen verwendet wurde – nicht als Behandlung im medizinischen Sinne, sondern als kleine Abendroutine nach einem langen Arbeitstag. Und genau so benutze ich es bis heute. Besonders schön finde ich es im Winter, wenn die Haut trocken ist und die Tage kurz. Dann reibe ich das warme Öl zwischen den Händen, atme den Duft ein und habe sofort das Gefühl, ein kleines Ritual für mich selbst geschaffen zu haben.

Eine meiner liebsten Anwendungen ist es, das Öl leicht zu erwärmen und dann in die Waden einzumassieren, besonders nach einem langen Tag auf den Beinen. Ich mag den Moment, in dem die Wärme durch die Haut zieht und man spürt, wie die Beine langsam „loslassen“. Und genau in solchen Momenten merke ich, dass es nicht nur um das Öl geht – es geht darum, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, langsamer zu werden und achtsam zu sein.

Es gibt Tage, an denen ich das Öl auch in einem warmen Tuch verwende. Ich gebe eine kleine Menge auf ein Baumwolltuch, erwärme es mit der Hand, lege es über meinen unteren Rücken und setze mich einfach hin, mit einer Tasse Tee und dieser Kräuterwärme. Klingt simpel – ja. Aber es gibt Momente, in denen genau solche simplen Dinge eine große Wirkung im Kopf haben.

Das Schöne an diesem Rezept ist, dass es keinerlei komplizierte Zutaten braucht. Alles, was man benötigt, findet man entweder in der Küche oder im Kräuterregal. Lorbeerblätter hat fast jeder zu Hause, Rosmarin wächst im Sommer auf vielen Balkonen und im Winter bekommt man ihn günstig im Supermarkt. Das Olivenöl ist die Basis – und je besser es ist, desto schöner wird das Endergebnis. Am liebsten verwende ich ein Öl, das beim Abschmecken leicht im Hals „kratzt“, denn genau dieses Gefühl weist auf einen hohen Anteil an natürlichen Stoffen hin, die das Öl so wertvoll machen.

Manchmal mache ich das Öl übrigens nicht nur für mich, sondern auch als kleines Geschenk. Ein schmales, dunkles Glas, ein handgeschriebener Zettel, ein paar getrocknete Kräuter als Deko – und schon hat man ein wunderschönes, persönliches Geschenk, das wirklich von Herzen kommt. Viele Menschen freuen sich mehr über ein selbstgemachtes Hausmittel als über teure, gekaufte Produkte. Es zeigt, dass man sich Zeit genommen hat.

Natürlich gibt es viele Varianten dieses Rezepts. Man kann die Kräuter länger ziehen lassen, man kann mehr Lorbeer oder weniger Rosmarin nehmen. Manche fügen einen Tropfen ätherisches Öl hinzu, andere geben noch ein paar schwarze Pfefferkörner hinein, weil sie den warmen Duft mögen. Ich persönlich bleibe meist bei der klassischen Mischung, weil sie für mich genau richtig ist – einfach, klar, harmonisch.

Was ich an diesem Öl so liebe, ist der Gedanke, dass es ein Stück Tradition ist. Es ist eines dieser Dinge, die man nicht in einer Fabrik kauft, sondern die man selbst ansetzt. Man sieht, wie es entsteht. Man riecht es, man fühlt es, man verbindet Erinnerungen damit. Und jedes Mal, wenn ich den Deckel öffne, denke ich an meine Großmutter, an ihre Küche, an die Wärme, die dort herrschte – nicht wegen der Heizung, sondern weil das Leben dort einfach ruhiger, einfacher und irgendwie liebevoller war.

Die vollständige Kochanleitung finden Sie auf der nächsten Seite oder durch Klicken auf die Schaltfläche „Öffnen“ (>). Vergessen Sie nicht, den Beitrag mit Ihren Freunden auf Facebook zu teilen.