Papa nickte. "Wir haben uns aufeinander gestützt. Wir teilten denselben Verlust. Dinge sind einfach passiert."
Mein Bruder stand abrupt auf. "Du erzählst uns das drei Monate nach Mamas Tod. Drei Monate."
"Ich weiß, wie das klingt", sagte Papa leise. "Aber das Leben ist kurz. Deine Mutter zu verlieren, hat mir das gezeigt."
Diese Linie war tief. Ich wollte schreien, dass sie diejenige war, die ihr Leben verloren hat – nicht er.
Stattdessen blieb ich wie erstarrt in meinem Sitz sitzen.
Laura umklammerte Papas Hand fester. "Wir lieben einander. Und wir heiraten."
Die Worte fühlten sich falsch an – zu schnell, zu einstudiert. Ich erinnere mich, dass ich nickte, obwohl ich mich nicht daran erinnere, es zu tun. Mein Bruder sagte nichts. Er ging einfach hinaus.
Später in der Nacht rief er mich an.
"Das ist nicht richtig. Nichts davon fühlt sich richtig an."
"Es ist Trauer", antwortete ich ohne nachzudenken. "Menschen tun seltsame Dinge."
Ich bin mir nicht sicher, wen ich beruhigen wollte.
In den folgenden Wochen bewegte sich alles schnell – und leise. Keine öffentlichen Ankündigungen. Keine Feier. Nur Dokumente, Termine und leise Gespräche, von denen sie dachten, wir könnten sie nicht hören.
Laura hat ein paar Versuche unternommen, mich zu fesseln.
"Möchtest du beim Blumenaussuchen helfen?"
"Ich dachte, du möchtest vielleicht den Veranstaltungsort sehen."
Ich habe sie jedes Mal abgelehnt.
"Mir geht's gut", sagte ich. "Mach, was du willst."
Einmal nahm mein Vater mich beiseite. "Du bist damit einverstanden, oder?"
Ich hielt inne und nickte dann. "Wenn du glücklich bist, ist das das, was zählt."
Seine Schultern entspannten sich sichtbar, als wäre er gerade von etwas befreit worden, das ich noch nicht verstand.
Die Hochzeitseinladung kam sechs Wochen später an. Eine intime Zeremonie. Nur unmittelbare Familie. Ich starrte lange darauf. Mamas Name war nirgends zu finden – keine Erwähnung, keine Anerkennung dafür, wie wenig Zeit vergangen war.
Trotzdem bin ich hingegangen.
Ich redete mir ein, es sei das Erwachsenen-Ding. Das liebevolle Ding. Das mit der Tochter. Am Hochzeitstag, umgeben von Lächeln, Champagner und sanfter Musik, wiederholte ich immer wieder dieselbe Lüge in meinem Kopf.
Das ist nur Trauer. Nur zwei gebrochene Menschen, die Trost finden.
Dann kam Robert zu spät, die Augen hektisch, die Jacke halb angezogen. Er hat meinen Arm gepackt.
"Claire. Wir müssen reden. Jetzt."
Bevor ich fragen konnte, was los war, sagte er die Worte, die alles zerbrachen.
"Du weißt doch gar nicht, wer Dad ist."
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