Vier Pfoten, volles Recht“ – Italiens neues Tierschutzgesetz sorgt für Aufsehen

4. Michela Brambilla – eine Stimme für die Tiere

Bild: IMAGO / Anan Sesa
Hinter dem Gesetz steht eine Frau, die in Italien längst als Symbolfigur des Tierschutzes gilt: Michela Brambilla. Die Abgeordnete der kleinen Mitte-Partei „Noi Moderati“ kämpft seit Jahren für einen besseren Schutz von Haustieren – und sieht in der neuen Regelung eine „epochale Reform“. Als ehemalige Ministerin und langjährige Tierschutzaktivistin ist sie mit dem politischen Geschäft ebenso vertraut wie mit den Anliegen der Zivilgesellschaft.

Brambilla selbst hält nach eigenen Angaben einen „halben Zoo“ an Haustieren. Ihr Engagement gilt den „quattro zampe“ – den Vierbeinern, die für viele Menschen mehr als nur Begleiter sind. Sie sieht in diesem Gesetz den Beginn eines echten Bewusstseinswandels. Doch auch sie musste Kompromisse hinnehmen – besonders beim Thema Wildtiere.

5. Die Schattenseite der Reform

Bild: IMAGO / imagebroker
So deutlich der Schutz für Haustiere auch verbessert wurde – für Wild- und Nutztiere blieb der gesetzliche Fortschritt aus. Obwohl ursprünglich vorgesehen, wurden diese Tiergruppen aus dem finalen Gesetzestext ausgeklammert. Grund dafür ist laut Beobachtern der Einfluss der Landwirtschaftslobby und der Nähe mancher Regierungsparteien zu Jagdinteressen. So arbeiten führende Politiker aktuell sogar an einer Liberalisierung des Jagdgesetzes, das auch geschützte Arten wie Bären und Wölfe betreffen könnte.

Diese Lücke im Gesetz wird von Tierschutzorganisationen scharf kritisiert. Für sie handelt es sich um eine verpasste Chance, den Schutz aller Tiere umfassend zu regeln. Der Vorwurf: Die Reform sei zwar symbolisch stark – aber inhaltlich nicht konsequent genug

6. Zwischen Anspruch und Realität

Bild: IMAGO / NurPhoto
Die Reaktionen auf das neue Gesetz könnten gegensätzlicher kaum sein. Während Regierungsparteien das Gesetz als großen Erfolg feiern, sprechen Vertreter von Tierschutzverbänden von halbherzigen Maßnahmen. Besonders der fehlende Wildtierschutz sorgt für Kritik. Auch die Höhe der Strafen wird von vielen als nicht ausreichend abschreckend empfunden – gerade im Hinblick auf systematische Vernachlässigung und Tierleid.

Zugleich wird die Frage laut, wie das Gesetz umgesetzt und kontrolliert werden soll. Denn auf dem Papier klingen vier Jahre Haft oder 60.000 Euro Strafe beachtlich – doch in der Realität liegt es an Polizei, Justiz und Veterinärbehörden, diese Sanktionen durchzusetzen. Gesetz ohne Durchsetzung ist für viele Aktivisten wertlos. Genau hier wird sich zeigen, ob die Reform mehr als Symbolpolitik ist.

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